You are hereBericht zum Störtebeker-Preis und Ammerlander 420er am 11./12. Juli
Bericht zum Störtebeker-Preis und Ammerlander 420er am 11./12. Juli
Der bezeichnenste Satz war wohl der einer der Bojenleger, der meinte, dass er sich an keine Regatta erinnern könne, bei der er vor der zweiten Wettfahrt schon sieben Bojen gelegt habe.
Aber zurück zum Anfang.
Der Samstagmorgen begann mit einem schönen Südwind, der allerdings erfahrungsgemäß und dann auch wirklich am späten Vormittag einschlief.
Bis dahin hatten sich 21 Korsar- und 20 420er-Mannschaften auf dem Clubgelände versammelt.
Nach einer kurzen Begrüßung und Besprechung hieß es warten auf Wind. Eine kurze Fahrt auf den See mit unserem Schlauchboot brachte dann … Regen.
Die Segler waren froh, jetzt nicht hinaus zu müssen. Kurz Zeit später hieß es dann aber „Auslaufen“.
Als alle Segler und Funktionäre im Startgebiet eingetroffen waren, wurde das Dreieck mit Westwind gelegt. Spätestens als die letzte Tonne (Boje 2 - Raumfass) gelegt war, begann das Spiel! Der Wind machte Anstalten nach Südwest zu drehen. Also erstmal warten statt starten.
Nach einiger Zeit und stabil wirkendem Südwestwind wurde die Startlinie verlegt, ebenso die Boje1. Es erfolgte ein Start der Korsare, aber sie waren leider zu früh hinter der Linie. Alle zurück.
Neues Spiel, altes „Glück“: Der Wind dreht weiter auf Süd. Das Wolkenspiel am Himmel hatte diese „Unstehtheit“ befürchten lassen. Aber man muss nur das Gute sehen: Die alte Boje 2 lag nun fast ideal als Luvfass (Boje 1).
Aber noch bevor man sich daran erfreuen konnte, legte jemand den Schalter um, die Großsegel schlugen mit Getöse um und … der Wind kam aus N mit Tendenz NNE.
Irgendwann - dem Wettfahrtleiter seien auf Grund der zahlreichen Vorkommnisse einige Erinnerungslücken verziehen - kam er aber dann doch: Der vorhergesagte Westwind. Also wieder eine Startboje legen lassen, das Dreieck komplettiert und „schon“ ging es los … mit Hindernissen. Beim Startverfahren für die Korsare schlich sich ein technischer Fehler ein. Also den Antwortwimpel zur Startverschiebung hoch und nochmals von vorne. Nichts wäre unangenehmer wenn es eine schöne Wettfahrt nachträglich auf Grund eines - berechtigen - Protestes annulliert werden würde.
Nach einem Frühstart der Korsare waren dann nach elf Minuten Startverfahren die beiden Klassen auf der Bahn.
Normalerweise setzt jetzt ein gewisser Entspannungseffekt beim Wettfahrtleiter und seiner Umgebung ein, diesmal leider nicht. Schnell war klar, dass die Korsare viel zu schnell waren, oder besser, der Wettfahrtleiter die Bahnlänge falsch eingeschätzt hatte.
Zum Glück lag im Lee der Startboje eine verwaiste Boje der ersten Versuche, eine Startlinie aufzubauen. Also das Schlauchboot an die Boje 1 geordert und dann „C“ und „+“ anzeigen lassen, also eine Verlängerung des Vorwind-Kurses - Ein Motorboot, dass weder mit Sicherungseinsätze noch mit dem Legen von Bojen beschäftigt ist, ist eine große Hilfe für jeden Wettfahrtleiter - . Gleichzeitig, um möglichst schnell als Zielschiff in Position zu gehen, Anker hoch und … Anker hoch und … Anker hoch und … .
Er saß fest! Selbst mehrmaliges „Überfahren“ des Ankers brachte keine Erfolg, leichte Unruhe beim Wettfahrtleiter. Nach kurzer Überlegung wurde die Ankerleine an der nächsten Ankerleine getrennt und über Bord geworfen, nicht ohne vorher einen Fender an das lose Ende zu binden. Dann ging’s ab nach Luv um dort mit Ankern des Bojenlegers festzumachen.
Der guten Funkverbindung sei Dank, war dann aber schnell klar, dass der Bojenleger so viele Bojen gelegt hatte, dass keine Anker mehr an Bord waren. Um es kurz zu machen: Zum Glück waren an Land noch zwei Faltdraggen mit Kettenvorlauf - hinter einer nicht gleich zu öffnenden Tür – die wir dann ca. zwei Meter versetzt an den Rest unserer Ankerleine befestigten und schließlich bombenfest an der Ziellinie lagen. Ach ja … wir hatten dann noch ca. zehn Meter Ankerleine auf der Rolle.
Nun konnte der Zieleinlauf beginnen, die Korsare segelten den vollen Dreieckskurs, die 420er wurden mit „S“ am Zielschiff abgekürzt und beide Klassen gingen dadurch fast gleichzeitig durchs Ziel.
Es bleibt noch anzumerken, dass am Zielort der Seegrund sehr bergig ist. Um wenn ein Anker mal Richtung „Tal“ rutscht, dann hält er bald nicht mehr. Sie erraten es, die Zielboje machte sich auf den Weg nach Lee. Zum Glück wurde dies rechtzeitig merkt, der Bojenleger nahm mit Flagge „M“ die Funktion der Zielboje ein und die erste Wettfahrt war zu Ende.
Die zweite wurde unter wesentlich einfacheren Bedingungen gestartet, nachdem das Startschiff seine Ankerleine vom Schlauchboot übernommen hatte, das den Anker während des Zieleinlaufs „herausbrach“ und dann auch wieder legte. Wer einmal 100 Meter nicht aufgerollte Ankerleine – wo sollte sie auch aufgerollt werden - von einem Boot auf ein anderes übernommen hat, weiß, warum wir dies blieben ließen.
Der zweite Start ging ohne Probleme, wenn auch erneut mit einem Massenfrühstart der Korsare über die Bühne.
Für eine dritte Wettfahrt war es dann aber zu spät, trotz der für Sonntag angesagten Schwachwindlage. Es wäre sonst halb acht bis acht geworden und das hätte das hervorragende Essen nicht verdient, dass auf Segler und Offizielle wartete.
Am Sonntag hieß es dann erwartungsgemäß warten und auch wenn der Wind versuchte, die Segler und den Wettfahrtleiter aufs Wasser zu locken, so musste trotzdem um 14:15 die Regatta beendet werden. Es waren nur zwischen drei und manchmal fünf Knoten Wind aus Süd.
Es gewannen bei den Korsaren Jens-Peter Grass und Birgit Schwab vor Alexander Seeger und
Ina Rathje und bei den 420ern Mareike Weber und Stefan Heuberger vor Fiona und Sebastian
Knigge.
Es bleibt zu sagen, dass der Samstag einiges an Überraschungen bot, auch windmäßig mit bis zu fünf Bft., der Schwimmwestenflagge „Y“ und einige Kenterungen, z.T. unter Spi. Dank der Sicherungsboote und dem Können der Mannschaften gab es dabei aber keine Probleme.
Mein Dank gilt allen Helfern, die so engagiert und entgegenkommend waren, dass es unseren Gästen wieder gut gefallen hat, Ich möchte auf Namensnennung verzichten, da alle zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.
| Anhang | Datum | Größe |
|---|---|---|
| 14/07/09 11:24 pm | 22.41 KB | |
| 14/07/09 11:24 pm | 22.73 KB |